Der Dax reduzierte die Einbußen auf minus 0,4 % bei 5883 Punkten. Der europäische Auswahlindex
Stoxx 50 sackte um 0,7 % ab. Der Pariser
CAC 40 verlor 0,9 %, in London knickte der
FTSE 100 um 0,2 % ein.
Die Furcht vor einer Ausbreitung der griechischen Schuldenkrise hatte die Wall Street auf eine Talfahrt historischen Ausmaßes geschickt. Auch die Enttäuschung über die EZB, die vorerst keine Staatsanleihen aufkaufen wird, soll zum Szenario beigetragen haben. Zeitweise rauschte der
Dow Jones fast 1000 Punkte in die Tiefe und sorgte für Panik unter Händlern.
Dazu kamen Spekulationen, dass ein System- oder ein Eingabefehler die Krise am US-Markt ausgelöst haben könnte. Zur Schlussglocke blieb ein deutliches Minus von 3,2 % auf 10.520 Punkten. Der
Nasdaq Composite fiel 3,4 % auf 2319 Punkte, der
S&P 500 brach um 3,2 % auf 1128 Zähler ein.
"Obwohl dieser Rückgang aus einem fehlerhaften Trade resultieren könnte, war der gestrige Handel offenbar maßgeblich durch die Stimmung geprägt", kommentierte Credit-Suisee-Experte Beat Grunder. "Die Märkte scheuen Unsicherheit und neigen zu einer Überreaktion." Zwar sei eine Gegenbewegung möglich, dass Umfeld bleibe jedoch kurzfristig orientiert und volatil, sagte der Experte.
Die Stimmung hellte sich im Handelsverlauf spürbar auf: Unterstützend wirkten positive Daten der deutschen Industrie. Die Industrieproduktion stieg im März um 4 % gegenüber dem Vormonat. Damit übertraf sie die Prognosen der Experten deutlich. "Trotz der Nervosität an den Kapitalmärkten dürfte der Erholungsprozess hierzulande auch in den kommenden Monaten anhalten" kommentierte Nord/LB-Analyst Mario Gruppe.
Beruhigend wirkte auch ein guter US-Arbeitsmarktbericht: Dort wurden im April unerwarteterweise 290.000 Stellen neu geschaffen. "Die Wende am Arbeitsmarkt scheint auch abseits des Sondereffektes der Volkszählung 2010 geschafft. Insgesamt stützen die Zahlen die Erwartung einer anhaltenden Konjunkturerholung", schrieb Helaba-Experte Ralf Umlauf. Allerdings sei der Stellenzuwachs nicht so hoch, dass starke Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed geschürt würden.